Es ist schlichtweg falsch (und koennte daher auch nicht "anders gemeint" sein), wenn die erwartete Nennleistung oder Leistung eines Windparkes durch die Additon der Einzel-Nennleistungen oder Einzel-Leistungen der eingesetzten WKA ermittelt wird. Hinzu kommt noch, daß die Multiplikation 17 x 2,3 mit dem Ergebnis 39,4 misslungen ist. Im Interesse von Transparenz und Wahrhaftigkeit sollte man Leser solcher Zahlenwerke nicht mit "Milchmaedchenrechnungen" hinter's Licht fuehren. Das Problem dabei ist weniger die falsche Berechnung als vielmehr jenes, dass viele Leser diesen Unfug auch noch glauben und fuer bare Muenze nehmen. Tatsaechlich aber ist unabwendbar (!) die (je nach Windrichtung und -staerke variierende) Parkleistung geringer als die Summe der Einzelanlagennennleistungen, was durch gegenseitige Abschattungen und v.a. durch Verwirbelungen entstehende Schwerwinde, im zweitgenannten Fall also im Gegensatz zum Einzelbetrieb atypische aerodynamische Belastungen standortwirksamer WKA verursacht wird. Die ueblichen empfohlenen Mindestentfernungen der im Verbund stehenden Anlagen untereinander reichen nicht aus, diese Effekte zu eliminieren, da die aerodynamischen Wirkungen nicht nur offshore ueber mehrere km gehen koennen. Da es Betreiber gibt, die bei Projektvorstellungen sehr akribisch zwischen Einzel- nennleistung und Parknennleistung (soweit generell prognistizierbar) zu unterscheiden wissen, um die Buerger nicht fuer dumm zu verkaufen, ist das Verhalten des Anbieters gegenueber der Konkurrenz zudem unbeschadet moeglicher rechtlicher Beurteilungen der Falschaussagen schlichtweg unfair. Tilman Kluge